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blog Ute_in_Westafrika

 


Ein Hauptaugenmerk meiner Arbeit gilt afrikanischen Kindern, den Frauen und ihren Familien. Im letzten Sommer 2016 habe ich über einen privaten Kontakt in einer kamerunischen Familie gelebt - abseits jeden Touristenrummels. Ich wollte Afrika hautnah erleben und fühlen ... um zu überprüfen, ob ich wirklich auf diesem Kontinent leben und arbeiten möchte.

Ich habe so tiefe Eindrücke gewonnen, dass ich Mitte Dezember 2017 für zunächst einen Monat nach Liberia fliege. Dort werde ich  verschiedene Projekte und das

MAGIF Inc. Waisenhaus kennenlernen, das von Frau Margret Gieraths-Nimene mit beeindruckendem Engagement für weibliche Ebola-Waisen aufgebaut wird.

Für weitergehendes Interesse, gerne auch für Spenden, schauen Sie bitte unter www.Liberia-eV.de

Im Anschluss werde ich noch für einige Wochen an die Elfenbeinküste und nach Mali fliegen und auch dort verschiedene Projekte kennenlernen. Zurück nach Deutschland komme ich im März 2018.

Mein tiefster Wunsch ist es, im Jahr 2018 ganz nach Afrika zu gehen, um dort zu leben und zu arbeiten. Es gibt immer wieder Menschen, die mir sagen, dass es auch in Deutschland viel Arbeit für eine wie mich gibt und Menschen, die mich brauchen.  JA --- das stimmt! ABER: es gibt genügend andere Menschen in Deutschland, die diese Arbeit machen können... UND: die glücklich sind, wo sie sind und nicht den Wunsch haben, in Afrika zu leben. Mein Platz ist bei den Kindern in Afrika. Hier gehöre ich hin - hier fühle ich mich zu Hause. All of me loves Africa. So ist es! Wenn ich meinen Platz gefunden habe, meinen Hafen, mein HOME -- habt ihr eine Adresse, wo ihr mich in Africa besuchen könnt. WAOUH! 

Wenn Sie Intersse an mir, meiner Arbeit und meinen Eindrücken haben, verfolgen Sie diesen Blog auf meiner Website.

24.12.2017: Ich habe zwei wunderbare Zimmer für mich im Waisenhaus und bin super glücklich und dankbar für Alles und für den warmherzigen Empfang. Die Mädchen sind aufgeweckt und lebhaft ... wir haben viel Spaß zusammen.  I m so happy to be here! Heute ist Heilig Abend ... die Mädchen sind genauso aufgeregt, wie die deutschen Kinder. Dieses Haus ist ein wunderbarer Ort, ein Zuhause, viel Wärme, Liebe, die in jeder Ecke sichtbar und spürbar ist. Ich bin hier sehr glücklich ... und kann alle meine Fähigkeiten und Kompetenzen einbringen. Ich fühle mich zugehörig, angenommen und am richtigen Platz! Die Mädchen sind zwischen 5 und 15 Jahren alt und wachsen zusammen wie Geschwister auf. Jede hat ihren Part in der Gemeinschaft und übernimmt die Aufgaben, die ihr altersgemäß möglich sind. Sie sorgen füreinander ... und die Caretakerinnen sorgen für das große Ganze, zusammen mit der Koordiantorin.  Alles, was ich den Mädchen anbiete, nehmen sie wie ein Schwamm auf: Malen, Basteln, Lesen, Perlen fädeln, ... und viel viel mehr. Das Gerlib Community Center habe ich jetzt auch kennengelernt. Auch hier gibt es für mich zu tun ... ich spiele mit den Kindern, oder bin einfach nur da zum trösten, zuhören, kuscheln. Die Kinder lieben meine Haare und meine Haut - und ich liebe diesen engen Kontakt. Wir hatten eine Weihnachtsfeier mit allen Kindern im Konferenzraum hier im MAGIF Orphanage ... es war für mich sehr berührend. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Lehrerinnen haben mit den Kindern vieles enstudiert und das Programm gestaltet ... es war laut, leise, bunt und lustig. Margret hat zusammen mit den älteren Mädchen den Raum geschmückt mit Weihnachtsbaum, Lichterketten, schön verpackten Geschenken .... sie liebt es, die Dinge schön zu gestalten. Margret ist ein großartige und beeindruckende Frau. Dieses Haus und auch die anderen Projekten tragen ihr Gesicht. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass ich mit ihr arbeiten und sein darf. Ich kann und möchte viel von ihr lernen.

Fotos findet ihr in der Galerie auf der Startseite!

Ich könnte noch viel viel mehr berichten ... beim nächsten Mal.  FROHE WEIHNACHTEN EUCH ALLEN ... lasst es Euch richtig gut gehen und genießt Eure Zeit mit Freunden, Familie oder was auch immer ihr machen werdet.

02.01.2018: HAPPY NEW YEAR, BONNE ANNÉE, ein gutes Neues Jahr 2018 wünsche ich euch allen aus dem tropischen Zubahtown Liberia nach Germany.

Die Mädchen haben Ferien, so dass wir die Zeit hier verbringen, oder auch ans Meer gefahren sind. Der Strand und die Wellen sind unfassbar schön! Ich fühle mich hier zu Hause - feels like HOME - und habe das Gefühl, genau am richtigen Platz zu sein.... Heiligabend war laut und lebendig hier im Haus. Die Mädchen haben gesungen, getrommelt und getanzt und wir hatten Mega Spaß zusammen. Ich gehe jetzt tagsüber auch allein hier die Sandwege, um von A nach B zu kommen. Mich kennen hier inzwischen viele Menschen und wissen, dass die weiße Frau immer mit den Kindern unterwegs ist und im Waisenhaus wohnt. So fühle ich mich inzwischen ganz sicher und vertraut.  Als ich am Sonntag mit den Kindern in der Kirche war, hat mich der Pastor gebeten, mich vorzustellen, zu erzaehlen, woher ich komme usw. .... so habe ich mit Mikro vor all diesen Menschen gesprochen ... die mich jetzt wiederum auch alle kennen. Verloren gehen kann ich hier nicht mehr!!! cool

Das frische afrikanische Essen jeden Mittag ist sehr, sehr lecker und nahrhaft. Ich werde sehr verwoehnt ... und soll an einem Tag europäisch für alle kochen: Spaghetti Bolognese ist mein Plan, sofern ich kaufen kann, was ich dafuer brauche. Sonst entfaellt das Mett ... auch gut. 

Silvester Tradition - wie bei uns - gibt es hier nicht. Ich war ab ca. 22 Uhr allein im Garten unter dem liberianischen Sternenhimmel und habe das Jahr zu Ende gehen lassen. Die Maedels haben derweil schon fest geschlummert.

Die erste Nachricht am Neujahrsmorgen war, dass an der Wasserpumpe eine GIFTSCHLANGE gesichtet wurde ... die die Caretaker Frau Oretha erschlagen hat! Barfuß im Gras laufen sollte ich hier nicht mehr tun. Mich stechen die Moskitos ... aber ich bin zuversichtlich, dass ich keine Malaria bekommen werde. Und falls ... ist das hier durch die medizinische Erfahrung damit, gut behandelbar.

I m still so thankful and happy to be here - every day! Ich fliege am 13.01.2018 am spaeten NAchmittag von Monrovia nach Abidjan an die Elfenbeinkueste. Dort plane ich einen Monat zu bleiben und ein anderes Waisenhaus zu besuchen. Infos dazu findet ihr unter Stiftung Liselotte Latrous. Das scheint auch eine großartige Frau zu sein, die gute Projekte hier aufbaut. Bin gespannt ... und moechte, sofern es weitere Waisenhaeuser gibt, auch diese aufsuchen, um so viele Eindruecke wie möglich zu bekommen. Alle sagen mir, dass es mir an der Côte d' Ivoire sehr gut gefallen wird und dort viele Europäer seien. Ich halte Euch laufend. Next time - à une prochaine fois - beim naechsten Mal!

08.01.2018:  Ich bin jetzt 3 Wochen hier ... die Zeit ist verflogen und der Abschied naht. Am Samstag fliege ich nach Abidjan. Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge! Ich bin hier Teil einer wundervollen Gemeinschaft und es hat sich zwischen den Girls und mir ein inniges und vertrauensvolles Verhältnis entwickelt. Ich könnte jetzt einfach hier bleiben und arbeiten mit all diesen Kindern. Es gibt mehr als genug für mich zu tun hier ... und jetzt könnte ich individuell mit den Mädchen arbeiten, um sie positiv in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Eine tragfähige Beziehung ist hergestellt. Ich weiß noch nicht, wohin mich mein Weg führt und wo ich arbeiten werde hier auf diesem Kontinent. Ich müsste eine Finanzierungsmöglichkeit finden, um hier bezahlt arbeiten zu können. Die ist zur Zeit nicht in Sicht. Der liberianische Staat unterstützt die Waisenhäuser nicht finanziell. Er richtet sein Augenmerk auf Pflegefamilien - Fosterfamilies - für Kinder. Fakt ist, dass es diese gibt, aber das Geld, das die aufnehmenden Familien dafür bekommen, häufig nicht zum Wohl und für die Bildung dieser Kinder genutzt wird, sondern dazu dient, die Familie zu ernähren!!! Der Sinn dessen ist somit verfehlt. Ich denke darüber nach, mit liberianischen Kindern ( 4-5) eine solche deutsch-liberianische Fosterfamily hier zu leben, ein passendes Haus zu erwerben, sie zu erziehen, ihnen Fürsorge und Bildung zu geben, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen und sie wiederum zu befähigen, irgendwann ihrerseits Sinnvolles in diesem Land und für es zu tun. So eine meiner zahlreichen Idee....

Es gibt in diesem Land so viel zu tun - der Bürgerkrieg, der hier 14 Jahre getobt hat, hat die Menschen hier und das ganze Land verändert. In Bezug auf Bildung bildet Liberia das Schlusslicht unter allen afrikanischen   Ländern. Es herrscht unfassbare Armut, die sich niemand vorstellen kann, der das hier nicht sieht. Die Kinder bekommen zum Teil nur eine Mahlzeit am Tag - wenn überhaupt. Sie helfen ihren Eltern bei der Arbeit und verkaufen alles, was ihr euch nur denken könnt, auf den Märkten und in den Straßen. Sie bieten ihre Waren auf der Hauptverkehrsstrasse zwischen den Autos an, laufen Kilometer in der sengenden Hitze, nur um ein bisschen Geld zum Überleben zu verdienen ......... ich bin von all dem tief berührt und werde nicht als die nach Hause zurückkehren, als die ich gegangen bin. Wir in Deutschland sind so reich und die Menschen auf diesem Kontinent sind so arm, weil wir reich sind. Wenn jeder von uns nur einen kleinen Teil von dem geben würde, was wir zuviel haben, könnte es vielen Menschen hier deutlich besser gehen. Um für ein Kind die Schule, Schulkleidung, Schuhe, Bücher und Hefte, Stifte etc. zu finanzieren, braucht es 180.00 EUR / Jahr. Falls sich jemand von euch angesprochen fühlt, das für ein Kind langfristig zu übernehmen, gebt mir bitte Nachricht. Ich selber werde das tun, sobald ich wieder die Möglichkeit dazu habe.   Das ist in Bildung  investiertes Geld. Und Bildung und Liebe, Fürsorge ist das, was die Kinder hier brauchen. Wie auch immer es möglich werden kann und sobald es möglich ist, werde ich hierher zurückkehren. Ich folge meinem Herzen ... weiterhin, um sinnvolle Arbeit hier oder wo auch immer zu leisten! 

Ende Dezember waren hier Präsidentschaftswahlen. In Anwesenheit zahlreicher internationaler Wahlbeobachter wurde GEORGE WEAR zum neuen Präsidenten gewählt. Er war 1995 (?) Weltfußballer und ist die Hoffnung insbesondere der jungen Menschen hier. Ich wünsche mir für dieses Land und seine wunderbaren Menschen, dass es ihm gelingt, das Land auf einen neuen, besseren Kurs zu bringen und den Kindern Bildung zu ermöglichen und sie von den Straßen zu holen. Ich möchte Teil dieser VERÄNDERUNG sein und das  Meinige dazu beitragen. Auch das kleinste bisschen lohnt sich - für eine bessere, gerechtere Welt. ONE WORLD for ALL OF US.

Heute hat für die Mädchen die Schule und Vorschule wieder angefangen. Das Haus ist jetzt ganz ruhig ... und ich habe Zeit für mich. Heute Mittag sind sie wieder zurück. Ich freue mich auf sie ... und helfe bei Hausarbeiten oder wir verbringen einfach Zeit zusammen ... und tanzen, singen, reden, nähen, malen, sitzen, schweigen, lachen ..... Ab morgen gehe ich für meine letzten Tage regelmäßig am Vormittag ins Gerlib Community Center: Spielen, trösten und was auch immer zu tun ist.

I LOVE THEM ALL! They are beautiful People.  I feel so muched loved by this People. I feel so rich of all I get! Thank you. 

17.01.2018:   Der Abschied am Flughafen in Robertsfield war sehr traenenreich! Die Maedchen und ich haben uns so aneinander gewoehnt ... jetzt bin ich in Grand-Bassam an der Elfenbeinkueste. Es liegt 40 km oestlich von Abidjan, der Hauptstadt.  Ich wohne hier in einer Großfamilie und habe einen kleinen Raum fuer mich. Alle kuemmern sich ruehrend um mich. Die Familie ist ausnahmslos chaleureux - sehr warmherzig. Ich fuehle mich als echtes Familienmitgliedund angenommen. Wir sind mit einem PKW an den Strand gefahren ... darin waren 10 Kinder und wir 2 Erwachsenen!!!! Die Polizei hat uns angehalten und die Kontrolle mit einem breiten Grinsen und der Aussage begonnen, dass wir wohl alle Kinder des quartier im Auto haben ... mit einem ebenso breiten Grinsen hat er uns weiterfahren lassen, nicht ohne uns einen schoenen Tag zu wuenschen!  Der Strand ist unvergleichlich, die Wellen riesig und das Strandleben der Ivorer interessant. Hier sind mehr Europäer. Der Markt ist noch viel bunter und schoener, als ich es in Liberia erlebt habe. Heute war ich den ganzen Tag im Centre Espoir, das von Lotti Latrous gefuehrt wird und aufgebaut wurde. Ich war bei den Kleinsten des Waisenhauses, habe gefüttert, gespielt und geschaukelt. Das ist ein beeindruckender Ort, der Herz, Seele und Geist beruehrt. Ich wuerde dort gern oefter hingehen, aber das ist nicht moeglich, um den Kindern wiederholte Trennung zu ersparen. Sie kommen sofort und suchen Naehe. Sie brauchen konstante und verlaessliche Bezugspersonen.

Der ivorische Deutschlehrer der Kids dieser Familie war hier und hat sich mir vorgestellt. Er kommt regelmaeßig abends kurz vorbei auf ein paar Worte. Er spricht sehr gutes Deutsch, ist noch ganz jung und eine nice person! Er moechte, dass ich oft mit in die Schule komme, um Fragen zu beantworten und den Unterricht mit ihm zu gestalten. So unsere Verabredung! Heute 19.1.2018 war ich das erste Mal mit im Unterricht. Die Schueler waren wach und sehr interessiert und haben mir unendlich Fragen gestellt.

Das Essen wird hier anders zubereitet und schmeckt ebenso gut.  Ich esse hier Fruechte, deren Namen ich mir nicht merken kann und die koestlich sind. Hier bekomme ich frische Tomaten und Salat - Dinge, die in Liberia sehr teuer sind. Meinen Flug nach Bamako Mali werde ich nicht umbuchen, sondern am 1.2.2018 wie geplant weiterfliegen. Adama, der sich hier ueberwiegend um mich kuemmert, stellt mich ueberall vor, wenn wir auf den Straßen unterwegs sind, damit ich auch hier bald nicht mehr verloren gehen kann.... aber ich bin noch weit davon entfernt, mich orientieren zu koennen.

Gestern hatte ich mein erstes Friseur-Africa-Erlebnis. Das war spannend! Sie hat einfach die Haushaltsschere genommen und beherzt drauf los geschnitten ... und ich sehe gut aus. Umgerechnet habe ich nur 6 EUR bezahlt ... in Deustchland undenkbar. 

Alles andere ist bisher offen, aber ich bin sicher, dass sich die passende Tür für mich öffnen wird - wenn es so weit ist. Ich bleibe offen .... A+. Portez-vous tous bien.

Bisous. Je vous embrasse! Je suis ravie d' être ici. I m so happy to be here.

21.01.2018: Was soll ich sagen? Mir gefaellt es hier an der Elfenbeinkueste- Die Menschen sind offen und herzlich ... und mein Franzoesisch wird wieder aufgemoebelt. Mein Gefuehl ist, dass ich zum Arbeiten und Leben nach Liberia gehen moechte. Es ist vieles einfacher hier und auch billiger. Hier sind schon viele Eurupaeer, die soziale und humanitaere Arbeit leisten. In Liberia ist das anders, da das Land fuer uns weniger attraktiv ist - auf den ersten Blick. Auf den zweiten ist es wunderbar dort und auch wunderschoen. Die Menschen sind herzlich und aufgeschlossen und laden zum Essen, Reden oder Verweilen ein, wenn man ihnen mit ebensolcher Offenheit und Freundlichkeit begegnet. Das Land braucht Menschen, die das Land vorwaerts bringen mit Ideen und Engagement und einem großen Herzen. Ich fuehle mich angesprochen .. und bin sicher, wenn diese meine Entscheidung ganz ganz sicher fuer mich ist, wird sich eine Finanzierungsmoeglichkeit finden. Ich habe verschiedene Kontakte geknuepft und bin tranquille, ruhig, vertrauensvoll, dass sich Alles gut fuer mich fuegen wird. Ich koennte jetzt einfach auf diesem Kontinent bleiben, werde aber wie geplant Anfang Maerz vorerst nach Deutschland zurueckkommen ... um so bald als moeglich das Land wieder zu verlassen.

Wir waren gestern Abend in einem ivorischen Club tanzen. Das war richtig cool. Super Musik, sogar DESPASITO spielen sie hier ... une nuit chaude! Wir hatten so viel Spaß und haben endlos getanzt - klimatisiert. Und wie die tanzen koennen, die Afrikaner. Mit den Maedchen im Orphanage habe ich jeden Tag getanzt. Unser Song ist von RUNOUT -- For Life. Hoert euch den mal bei youtube an. Coole Music.  I LIKE THAT! Passez tous une très bonne journée.

28.01.2018: Le temps passe vite! Die Zeit rast! Wieder den Rucksack packen, wieder bye bye -- au revoir - auf  Wiedersehen sagen .... darin bin ich nicht gut, wenn ich mich an einem Ort und mit den Menschen gut fühle -- wie hier. So.... am 01.02.2018 fliege ich nach Bamako / Mali, für meine vorerst letzten Wochen auf diesem Kontinent. Ich habe mich gut an die Temperaturen gewoehnt und vergessen, dass ihr in Deutschland noch im Winter und in der Kaelte seid ... ich muss jemanden bitten, meine Heizung anzustellen, bevor ich wiederkomme. MALI --- keine Ahnung, was mich da erwartet, aber sicher, dass ich weiter tiefe, positive Eindruecke sammeln werde! In dieser Woche hatte ich zuweilen das Gefuehl, mit dem Verarbeiten all dieser Erfahrungen, Emotionen, Beruehrungen innen und außen nicht mehr hinterher zu kommen. So eine Intensitaet!!! Ich werde eine Weile brauchen, um mich in der westlichen Welt wieder zurecht zu finden. Aber bon! ca va aller - bien sûr.

Ich werde uebereilt keine Entscheidung für das eine oder andere Land als Ziel treffen. Das ist das Ergebnis all dessen, was ich in dieser Woche gelebt habe. Um eine fundierte und für mich richtige Wahl zu treffen brauche ich VIEL ZEIT UND RUHE, um mich zu sortieren. Die nehme ich mir. Es ist mein Ziel, vor Ende dieses Jahres wieder auf diesem Kontinent zu sein. Ich wuensche mir, am Meer zu leben. So denke ich, dass ich nach Liberia oder an die Elfenbeinkueste gehen moechte...oder ganz woanders hin? Togo? Ghana? Senegal? IF NOTHING IS SURE - EVERYTHING IS POSSIBLE!!!!  On verra bien. Things just need time.

Am letzten Sonntag war ich mit Djenebou, meiner Nachbarin, auf eine Feier nur fuer Frauen. Sie versammeln sich, es waren mindestens hundert Frauen da, tanzen und feiern fuer die Braut, die einige Tage vorher geheiratet hat. Es spielte eine ivorische Kombo und 2 beeindruckende Frauen haben die [Familien] Liebes - Geschichte des Brautpaares gesungen. Die Frauen sind wunderschoen und tragen farbenpraechtige Kleider. Sie tanzen im Kreis zu den coolen Rythmen der Trommler. Ich fuehlte mich als Beobachter,  als Gast .... bis ich von einer der Saengerinnen lautstark gerufen wurde, um den Kreis der Frauen anzufuehren. ON APPELLE LA BLANCHE POUR DANSER! Oha ... ich haette mich gerne unsichtbar gemacht, aber das ging nicht. Es ist eine Frage der Hoeflichkeit und des Respektes gegenueber der afrikanischen Kultur, so dass ich den Aufruf nicht ausschlagen konnte. Das war aufregend ... ich habe gemacht, was ich beobachtet hatte, ohne zu verstehen, was einzelne Dinge, wie meinen Arm heben, Geld geben und Anderes mehr bedeuten. Ich war nervoes, schuechtern ... und habe dadurch die Anerkennung der Frauen bekommen! Die ganze Woche werde ich wieder und wieder darauf angesprochen, dass ich mit den Frauen getanzt haben. Die Frauen finden das richtig cool! Ich bin mittendrin und Teil der Gemeinschaft geworden. Hier im Stadtteil und auf dem Markt und tout autour kennen mich jetzt auch alle. UND: ich bin jetzt hier im Stadtteil orientiert.

Ich war in dieser Woche wieder in der Schule, auf dem Markt bei den Frauen, habe das quartier francais [l ancien Bassam] besucht mit Adama auf dem Motorrad -  dem besten Guide, den ich mir vorstellen und wuenschen kann. Gestern waren wir in Abidjan mit dem Minibus. Auch ein Erlebnis! Abidjan ist die Metropole, nicht nur fuer die Elfenbeinkuste. Sehr franzoesisch gepraegt. Es gibt Decathlon, Carrefour, Fnac und eigentlich alles zu kaufen, was wir in Europa auch bekommen. Das war ein erster und kurzer Einblick. À suivre - la prochaine fois! Je reviendrai - I ll come back. So oder so!   Heute gehen wir nochmal an den Strand - mein letztes Wochenende hier. Abschied wieder in kleinen Schritten - hier und da. Les gens ici me font chaud au coeur. TOU GA BOU [ausgesprochen TUBABU] - LA BLANCHE. Das bin ich!!! Je suis trés touchée partout. Beautiful people.  Passez un bon dimanche ...  und take care on you! Next time.  

04.02.2018: Die letzten Tage in Bassam waren noch gut gefuellt. Ueberall AU REVOIR sagen, Abschied in Raten.

Meine Ankunft am Flughafen in Bamako war holprig. Gut, dass ich nicht zum ersten Mal in Afrika bin und franzoesisch spreche ... und mir sowieso in jeder Lebenslage zu helfen weiß! Letztendlich habe ich auf diese Art und Weise Germaine Aminata und ihren Mann M. SOW kennengelernt, der Polizist ist und in Bamako am Flughafen arbeitet. Sie haben mir fuer einige Stunden Quartier gewaehrt, bis ich meinen Platz fuer die letzten Wochen in Bamako gefunden hatte. Tout va très bien! Alles ist sehr  gut ... und fuer alle Beteiligten mehr als zufriedenstellend geregelt. Seit 3 Tagen bin ich jetzt in Bamako, Mali s Hauptstadt. Hier ist alles wieder ganz anders: Architektur, Größe und Aussehen der Menschen -- die Maenner sind groß, die Hautfarbe oft sehr sehr schwarz; ich freue mich, dass ich die Unterschiede jetzt wahrnehme und die Herkunft manchmal unterscheiden kann --,  starke Militaerpraesenz, Polizeikontrollen, Gewehre, UN, mit Stacheldrahtzaeunen geschuetzte Botschaften und UN Quartiere. Ich verspüre dadurch keine Sorge, sondern fuehle mich eher gut geschuetzt.

Es ist heiß, eine trockene Hitze, sehr staubig durch den HARMATTAN, ein trockener, heißer Wind, der das Land von Norden nach Sueden durchquert und roetlichen Sahel Staub mit sich bringt. Wir sind hier mit dem Motorrad unterwegs, immer, denn der Verkehr ist unglaublich ... und Spaß macht s sowieso!!! Hier fahren viele Frauen Motorrad und auch Auto. Der franzoesische Einfluss ist deutlich spuerbar - mir gefaellt die Stadt sehr gut. Vor einer Woche war in Bamako am Ufer des Niger das jaehrlich stattfindende und kostenlose Musicfestival, das ich leider knapp verpasst habe. Es gibt kulturelle Zentren hier, die verschiedene Veranstaltungen anbieten, so gehen wir z.B. am 09.02.2018 zu einer DANSE&THÉATRE Veranstaltung im Centre Culturel Francais. Musikveranstaltungen und andere sind generell kostenfrei, so dass jedeR hingehen kann. In diesem Monat sind im C.C.F. Talkrunden, Musik, Kino, Lesungen zum Thema Migration und Heimat. Wir werden viele dieser interessanten, z. T. internationalen Veranstaltungen besuchen. Le temps passera trop vite.

Ich bin im warmen und liebevollen Schoß von EDNA s Großfamilie gelandet. Sie ist eine tolle, kraftvolle, weise, schoene und interessante Frau. Mit ihr war ich am Freitag im Kindergarten, wo sie arbeitet. Ich werde mich hier nicht langweilen ... meine Sammlung einzigartiger Eindruecke wird sich weiter fuellen. More next time! Heute beginnen meine letzten 4 Wochen hier....

09.02.2018: Edna nimmt mich ueberall mit hin und stellt mich ueberall vor. So kenne ich bereits beinah die gesamte Familie, dazu Freunde und die Menschen, mit denen sie im Alltag zu tun hat. TOU GA BOU / NASARRA / GBÊ ---- das Alles bedeutet BLANCHE smile  Mein Bambara wird langsam aber sicher besser ... und alle freuen sich immer, was ich schon alles kann und verstehe . Djibril hat 3 Jahre Bambara unterrichtet und ist ein super Lehrer - auch im richtigen Leben arbeitet er an der Schule, hat gerade seinen Master gemacht und ist in Vorbereitung seiner Doktorarbeit. Er bringt mir das System dieser Sprache bei. Wenn ich nicht zu faul wäre, Vokabeln zu lernen ... koennte ich schon viel besser sein. Mit Geduld und Spucke und Fehler ignorieren geht s.  Wenn wir mit seinem Motorrad auf Sightseeing unterwegs sind, kehren wir im Anschluss immer in seinem Stamm Café ein und bekommen einen richtig guten petit Noir ... das findet man sonst hier kaum.  Manchmal sitzen wir da Stunden mit seinen Freunden. Sie treffen sich da regelmäßig vor und nach der Arbeit, reden, trinken Café, essen 1x im Monat zusammen. Da steht  einfach ein Tisch, eine Bank und einige Stuehle neben der belebten Straße.  Ich fuehle mich zwischen allen sehr wohl. Manchmal hoere ich garnicht zu, oder verstehe auch nicht, weil sie Bambara sprechen ... aber einfach da zu sein, zu beobachten und das afrikanische Stadtleben aufzusaugen macht Spaß. 

Aminata hat ihr Studium abgeschlossen und ist aktuell auf der Suche nach einem Arbeitsplatz - Logistik. Sie hat deshalb Zeit und genießt es, diese mit mir zu verbringen. Wir sind mit ihrem Motorrad unterwegs und haben viel, viel Spaß. Ich dachte immer, dass ich die enizige Verrückte auf diesem Planeten bin, aber jetzt sind wir 2. 

Gestern waren wir auf einer muslimischen Taufe. Der Kleine wurde am Tag meiner Ankunft geboren und wird der Religion gemaeß innerhalb von einer Woche getauft. Die Zeremonie beginnt bereits um 6.oo Uhr morgens. Die Mutter macht sich ganz besonders schoen. Die Maenner treffen sich vor dem Haus - die Frauen sind im Hof und im Haus. Es wird gekocht, zusammen gegessen, gesungen und gebetet. Der Name des Kleinen wird bekannt gegeben und seine Haare werden rasiert und gewogen. In gleichem Gewicht wird für ihn ein individuelles Schmuckstueck (Armreifen, Ring) aus Gold oder Silber hergestellt - je nach finanziellen Mitteln der Familie. Fuer einen Sohn werden 2 Schafe geschlachtet und fuer das Festsessen zubereitet. Fuer eine Tochter eines. Auch das kann je nach finaziellen Mitteln anders gehandhabt werden. Gegen späten Nachmittag treffen sich die Frauen im Hof, um zu feiern. Sie ziehen ihre schoensten Kleider an und schminken sich. Die Maenner sind nicht zugegen.Ich fuehle mich im Kreis dieser Frauengemeinschaft sehr wohl. Ein DJ kommt und / oder Trommler und eine oder mehrere Gruillottes, die die Familiengeschichte singen und zum Tanz auffordern, wie ich es euch schon bei Tanz für die Braut in Bassam beschrieben habe. Bis wir zu Hause angekommen sind, waren wir locker 15 Stunden feiernd unterwegs. Ich habe mich sofort zurueckgezogen und wie ein Baby geschlafen.

Ich fuehle mich hier mehr als wohl. Ich liebe dieses Land und ich liebe diese warmherzigen, schoenen und liebevollen Menschen. Ich habe von Allem mehr als genug, um gluecklich zu sein! I FILL ME UP. Ich fuehle mich geliebt, getragen,  gehalten und umsorgt. MEIN HERZ TANZT - TANZ DER MOLEKUELE SCHWARZ-WEIß! Ich habe ein wunderbares, komfortables kleines Haus mit großem Bett, Bad mit fließendem Wasser, Ventilator, Sofa, ruhig, das hier etwa 150.000,00 CFA Miete kosten wuerde. Fuer die Menschen hier ein Vermoegen: 130.000,00 CFA sind 200 EUR.

Ich bin soo dankbar fuer All das hier! Meine letzten 3 Wochen beginnen ... und auch hier wird es wieder ein traenenreicher Abschied sein. Auch hierher moechte ich gern irgendwann zurueckkehren, um all die Menschen wieder zu treffen, die ich in mein Herz geschlossen habe. MON TOUT AIME L' AFRIQUE! ALL OF ME LOVES AFRICA! I' m so happy to be here!

21.02.2018: heute nur kurz ....habe hier probleme mit dem netz. Ausfuehrlich, sobald ich wieder am rechner arbeiten kann. Ich habe auch hier unwiederholbare erlebnisse.....gestern ist mir in der ecobank mein schuh gerissen u ich war barfuß. Kurzerhand hat mir eine angestellte ihr 2. Paar schuhe geliehen, bis meine repariert waren. Das gibt s auch nur in africa....cool, oder?  Fortsetzung folgt. Passez tous une très bonne journée. Bisous.

28.02.2018: Meine letzten Tage in Bamako. Mali ist ein sehr interessantes Land. Hier verbindet sich Orient mit Occident. Ich habe die Krippe besucht, den Kindergarten, die Schule .... und die Malinesen (heißt das so?) als sehr aufgeschlossen und gastfreundlich erlebt. Meine Erfahrungen sind einzigartig und unwiederbringlich. Am Samstag packe ich meinen Rucksack, fahre noch mit Djibril zu einem Treffen des von ihm und anderen gegründeten Vereins zur Unterstützung von Kindern, die Probleme in der Schule haben -- accompagnement éducatif. Wir koennen uns vorstellen, gemeinsam ein Zentrum für Bildung und Gesundheit als Verein zu gruenden .... wo? Mal gucken. In Mali oder an der Côte d' Ivoire?!?! Fortsetzung folgt.

Bye Bye Africa. Au revoir l' afrique. Auf sehr, sehr bald wieder! Der Abschied wird nur für kurze Teit sein. Ich komme wieder. Je reviendrai moi. Merci à tous les africains qui m' ont fait ici un séjour inoubliable!!!! Ich bin allen sehr dankbar, die mir so viel Liebe und Gastfreundschaft und Wärme entgegengebracht haben. MERCI à vous tous. Thank you all of you!